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Montag, 14. September 2009
Ernährung: Beratung für Berater
Neuauflage der DGE-Beratungs-Standards sichert Qualität in der Ernährungskommunikation
Im Bereich der Ernährung werden häufig sehr gegensätzliche Standpunkte vertreten, die nicht nur Verbraucher, sondern auch Ernährungsfachkräfte verunsichern. Damit Aussagen in der Ernährungsberatung wissenschaftlich belegt und einheitlich sind, veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) die Beratungs-Standards, mit denen die Qualität in der Ernährungskommunikation verbessert wird. Aktuell ist die Neuauflage der DGE-Beratungs-Standards erschienen. Das Gesamtwerk wurde inhaltlich komplett überarbeitet und neu strukturiert. Auch grafisch kommen die Standards neu und ansprechend gestaltet daher. Sie beinhalten sowohl nährstoff- als auch lebensmittelbezogene Empfehlungen, Richtlinien für die Ernährung von bestimmten Bevölkerungsgruppen oder bei ausgewählten Krankheitsbildern, bewerten bestimmte Ernährungsweisen und vieles mehr. Erstmals aufgenommene Themen sind z. B. Energiestoffwechsel, sekundäre Pflanzenstoffe, Konzept der Dreidimensionalen Pyramide, Health Claims, Kurzversion zur DGE-Leitlinie Fett, Reizdarmsyndrom und Gestationsdiabetes. Quelle: DGE
Zu beziehen sind die DGE-Beratungs-Standards ab sofort für 39,00 EUR zzgl. 3,00 EUR Versandkosten unter der Artikel-Nr. 120500 beim DGE-MedienService unter www.dge-medienservice.de, Tel.: 0228 9092626, Fax: 0228 9092610.
Sonntag, 29. Juni 2008
Aus! Aus! Aus! – Aus der Traum von der Europameisterschaft
Essen gegen die Fußballdepression
Es lief wirklich nicht so richtig rund für die Deutschen. Was kann der enttäuschte Fan jetzt tun, um sich in den nächsten Tagen vor der Verliererdepression zu schützen? Am besten wirkt eine „Gute-Laune-Kost“ mit vielen mittel- und langkettigen Kohlenhydraten, die die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin anregt. Setzen Sie auf eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und vollwertigen Getreideprodukten, einem ausreichenden Anteil an hochwertigem Eiweiß aus Milch- und Milchprodukten sowie Fisch, Geflügel und Fleisch – das Ganze abgerundet durch den Einsatz von vielen Kräutern und Gewürzen. Dann kommt die gute Laune schnell zurück und Sie befinden sich auch mental bald wieder auf der Siegerstraße.
Donnerstag, 26. Juni 2008
Deutschland soll dünner werden…
Bundesminister Horst Seehofer und Ulla Schmidt stellten gestern in Berlin den Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel,Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten (NAP) vor.
Die Politiker legten eine Broschüre vor, in der unter dem Motto "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesundere Ernährung und mehr Bewegung“ auf über 50 seitigen weitschweifig erklärt wird, wie die Bundesregierung dazu beitragen will, dass sich Kinder und Erwachsene bis zum Jahr 2020 mehr bewegen und weniger wiegen.
Mit einem ganzen Maßnahmenbündel
● soll die Bedeutung einer gesunden Ernährung und ausreichender Bewegung für die Gesundheit vermittelt werden.
● sollen Empfehlungen zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten erstellt werden, die die Betroffenen (z.b. die Übergewichtigen) ansprechen und gut im Alltag umgesetzt werden können;
● sollen Strukturen zur Erleichterung eines gesunden Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung in Eigenverantwortung geschaffen werden.
● sollen gute und bewährte Projekte bekannt gemacht werden, um dadurch die Verbreitung und Nachhaltigkeit zu fördern.
Den Aktionsplan zum Download und weitere Informationen findet man hier.
Wohl bekomms meint: Wer sich durch die 50 Seiten gearbeitet hat, muss danach feststellen: Die Absichten der Bundesregierung in Ehren – doch wie wenig Ernst es ihr damit ist, entlarvt ein einziger Blick auf die bereitgestellten Mittel. Nach der Lektüre von 50 Seiten heißer Luft erfährt der Leser, dass zunächst bis 2010 gerade einmal 5 Millionen Euro jährlich pro beteiligtem Ministerium (Verbraucherschutz- und Gesundheitsministerium) in die Hand genommen werden. Das ist weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein – weniger z.B. als das, was große Unternehmen der Ernährungsindustrie für die Bewerbung ein einzigen starken Marke pro Jahr ausgeben. So muss man es wohl wie Dr. Andrea Lambeck sehen. Die Vorsitzende des Verbandes der Oecotrophologen, denen in der Umsetzung der Maßnahmen eine bedeutende Rolle zukommen sollte, kommentiert den Plan: „Mit 5 Millionen Euro pro Jahr je Ministerium ist nur schwerlich ein sichtbarer Erfolg zu erzielen. Angesichts der Relevanz der Thematik sollten Maßstäbe wie in Großbritannien angelegt werden.“ Dort stellt die britische Regierung je Teilprojekt der Initiative „Healthy Weight, healthy lives“ in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro bereit.
Dienstag, 24. Juni 2008
Zu viel Cholesterol – was tun?
Informationen der DGE zum "Tag des Cholesterins"
Kennen Sie Ihre Cholesterolwerte? Am "Tag des Cholesterins", dem 27. Juni 2008, messen zahlreiche Apotheken den Cholesterolspiegel. Mit dem Aktionstag möchte die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e. V. die Bevölkerung mobilisieren, ihre Bluttfettwerte bestimmen zu lassen.
Zu viel Cholesterol im Blut – diese Aussage trifft auf 40 % der Männer und 26 % der Frauen zwischen 40 und 49 Jahren zu. Mit dem Alter steigt die Häufigkeit: Bei den über 70-jährigen Männern sind 45 %, bei gleichaltrigen Frauen sogar 56 % betroffen. Hohe Konzentrationen von LDL- und niedriges HDL-Cholesterol im Blut stellen gesicherte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten dar. In Deutschland war 2006 fast jeder 2. Todesfall auf eine Erkrankung des Kreislaufsystems zurückzuführen.
Eine richtige Ernährung beeinflusst unsere Blutfettwerte günstig. Wie aber muss diese aussehen, damit sich das Risiko für eine Fettstoffwechselstörung verringert? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) gibt wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zur richtigen Lebensmittelauswahl: Es reicht nicht, nur den Verzehr von rotem Fleisch, fetten Wurstwaren und Eiern zu reduzieren. Ein Zuviel an Fett, insbesondere an gesättigten Fettsäuren und trans-Fettsäuren, kann zu Fettstoffwechselstörungen mit erhöhtem LDL-Cholesterol im Blut beitragen. Deshalb bei tierischen Lebensmitteln fettarme Varianten bevorzugen – mit Ausnahme von Fisch. Fetter Fisch sowie pflanzliche Öle, wie Raps- und Walnussöl, sind reich an n-3 Fettsäuren und haben einen günstigen Einfluss auf die Zusammensetzung der Blutfette. Pflanzliche Lebensmittel sind von Natur aus fettarm, cholesterolfrei und in der Fettsäurenzusammensetzung günstiger als tierische Lebensmittel. Deshalb rät die DGE häufiger zu Vollkornprodukten und Kartoffeln zu greifen und täglich 5 Portionen Gemüse und Obst zu essen. (Quelle: DGE)
Informationen rund um den Aktionstag finden sie hier auf der Seite der Lipid-Liga
Montag, 9. Juni 2008
Brot und Spiele (3)
Spitzensportler brauchen Ernährungspläne mit System
Die zahllosen Anbieter – oft handelt es sich um reine Vertriebsunternehmen, die ihre Produkte von einem Lohnabfüller herstellen lassen - sorgen dafür, dass die Olympischen Spiele ganz nebenbei auch zum Fest der Kraftdrinks, Fitness-Präparate und Wunderpillen werden. Unter Trainern und Sportlern kursieren dann schon mal „Geheimtipps“, und der Freizeitsportler denkt: „Warum soll mir nicht auch nutzen, was den Spitzensportlern zu Medaillen verhilft’. Letztlich geholfen ist damit nur den Herstellern, die den Bedarf nach Kräften schüren. Denn selbst im Leistungssportbereich sind Präparate normalerweise überflüssig. „Ich kenne keinen Sportler, der das braucht.“ stellt Dr. Osterkamp-Baerens fest. „Im Breitensport ist alles ohne Präparate möglich. Wer weniger als 10 Stunden in der Woche trainiert, muss keine Produkte nehmen. Statt der Geheimtipps und Präparaten bräuchten Spitzensportler einen vernünftigen Ernährungsplan.“
Für die körperliche Fitness stehen den Olympia-Anwärtern in vielen Sportarten hoch spezialisierte Trainingswissenschaftler zur Seite. Mit der fundierten ernährungswissenschaftlichen Beratung sieht es dagegen traurig aus. Spezialisten wie Claudias Osterkamp-Baerens sind Mangelware. Wer jedoch nach einer Medaille greift, braucht neben dem ausgetüftelten Trainingsplan den präzisen Ernährungsplan. Wie viel zusätzliche Leistung die optimale Einstellung der Ernährung wirklich bringt, ist schwer messbar und immer noch umstritten. Dr. Osterkamp-Baerens zieht zur Erklärung gerne den Vergleich mit der Formel eins heran: “Wer zum Sieg fahren will, muss Training, Rennstrategie und Treibstoff optimal auf Strecke und Straßenverhältnisse zuschneiden. Der Ferrari kommt mit Normalbenzin nicht vom Fleck. Doch auch, wenn die Qualität des Treibstoffs stimmt: Ein voller Tank rast nicht gern: Er macht den Boliden schwer und langsam. Erst die richtige Boxenstopp- und Tankstrategie bringt das Auto als Sieger über die Ziellinie."
"Brot und Spiele (3)" vollständig lesen
Freitag, 6. Juni 2008
Brot und Spiele (2)
Eiweiß – als „Kraftnahrung“ überschätzt
Manche Vorurteile sind nicht auszurotten – die Ansicht, dass man zum Aufbau neuer Muskeln besonders viel Eiweiß braucht, gehört dazu. Bis heute beherrscht der Mythos vom Muskel bildenden Protein die Diskussion – vor allem bei den Kraftathleten. Für Ernährungswissenschaftler ist das schon lange ein alter Hut : Selbst bei intensivem Training reichen 1,1g bis 1,5g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag völlig aus, um den erhöhten Bedarf zu decken. Dazu muss man wissen: Die durchschnittliche Eiweißaufnahme des Normalverbrauchers liegt bei unserer proteinreichen Alltagskost bereits bei 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht schon dem Bedarf des Kraftsportlers. Überschüssiges Eiweiß wird vom Stoffwechsel übrigens in Körperfett verwandelt, was viele Muskelprotze wohl nicht wahrhaben wollen.
So liefert die Beziehung zwischen Sport und Ernährung vielfältige Beispiele dafür, dass der Mensch zur Übertreibung neigt. Da fasst einer den Entschluss, zwei-, dreimal wöchentlich ein Stündchen zu trainieren. Um sich für diese Belastung zu wappnen, legt er schon mal einen Vorrat an Kraftdrinks, Fitnesspräparaten und Eiweißriegeln an. Natürlich: Wer Sport treibt, verbraucht mehr Energie. Doch der zusätzliche Bedarf wird meistens überschätzt. Ein Beispiel: Benötigt eine 25jährige bei sitzender Tätigkeit täglich etwa 2500 Kalorien, erhöht sich dieser Energiebedarf durch eine halbe Stunde Freizeitsport (Radfahren, Schwimmen, Joggen) – je nach Anstrengung und Intensität – um 200 bis 400 Kalorien. Das entspricht gerade mal einem Butterbrot mit Käse oder Wurst oder einer Portion Müsli.
Mit derlei Zahlen und Argumenten ist überzeugten Fans von Präparaten kaum beizukommen, zumal sie sich in ihren Vorurteilen durch die geschickten Werbeargumente von Herstellern noch bestätigt sehen. Nach wie vor stellen Eiweißpräparate die größte Produktgruppe auf dem Markt für Sportlernahrung dar. Sie stehen an der Spitze einer fast schon unüberschaubaren Palette von Leistungsförderern oder ergogenen Stoffen, die zur Verbesserung der Energieversorgung, Vermehrung von Muskelgewebe oder Vermeidung sportbedingter Zellschäden beitragen sollen. Zu den bekanntesten gehören Kreatin L-Carnitin, Taurin und verschiedene Aminosäuren wie Arginin, Ornithin, Glutamin oder Tryptophan. Wissenschaftlich bewiesen sind die in der Werbung versprochenen Wirkungen für keine der Substanzen – ganz abgesehen von den schwerwiegenden Begleiterscheinungen, zu denen die Einnahme dieser Produkte führen kann.
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