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Freitag, 10. Juli 2009
Ab in die Ferne - So trickst man den Jetlag aus
Endlich Ferien! In NRW zumindest sind seit einer Woche Sommerferien. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn herrscht Hochbetrieb. Trotz Krise ziehen viele zu ihren Traumzielen in der Ferne. Langstreckenflüge bringen uns in wenigen Stunden auf die andere Seite der Welt – aber gleichzeitig aus dem gewohnten Rhythmus. Â
Wenn uns in Bali oder Kalifornien kurz nach der Ankunft Schwindel, Ein- und Durchschlafstörungen, Tagesmüdigkeit,  Zerschlagenheitsgefühl, Kreislauf- und Verdauungsstörungen plagen, dann hat uns der Jetlag voll im Griff. Normalerweise sollte man pro überflogener Zeitzone mit einem Jetlag-Tag rechnen. Bei einem Flug von Frankfurt nach New York (sechs Stunden Zeitunterschied) wären das immerhin sechs Tage! Hier kann richtige Ernährung helfen, den Biorhythmus schneller anzupassen und die Beschwerden zu reduzieren. Hier ein paar Tipps:
"Ab in die Ferne - So trickst man den Jetlag aus" vollständig lesen
Dienstag, 13. Januar 2009
Reisegenuss: Amsterdam
Das war ein Genuss, mit dem es jetzt schon wieder für lange Zeit vorbei sein dürfte: Amsterdam in der vergangenen Woche bei strahlender Wintersonne und mit zugefrorenen Grachten. Brueghel lässt grüßen, nur der Schnee hat gefehlt - aber man kann ja nicht alles haben.
Eisiges Vergnügen - endlich mal wieder übers Wasser wandeln
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Dazu ein Licht wie bei Vermeer
Auch der Klimawandel braucht eben ab und zu eine Winterpause
Und der Mensch sucht trotzdem immer wieder die Wärme, die er in Amsterdam an jeder Ecke findet - wie z.B. hier an der Ecke Prinsengracht / Brouwersgracht in einem der ältesten Amsterdamer Cafés, dem Het Papeneiland
Montag, 21. Mai 2007
Was macht die Maus im Mollers?
Geschäftsessen in Mainz: Das Mollers gehört derzeit nicht nur zu den besten Restaurants in Mainz, sondern hat außerdem die spektakulärste Lage – schließlich liegt es auf Augenhöhe mit 1000-jähriger Dom-Geschichte. Das Restaurant in der Glaskuppel über dem Staatstheather bietet einen herrlichen Rundblick über das alte Mainz. Falls der großartige romanische Dom jemals wieder von Gerüsten und Planen befreit sein wird, gibt es vermutlich kaum einen besseren Blick darauf als aus dem Mollers. Auch mit Gerüsten ist der Blick zum Dom eindrucksvoll – und sieht ungefähr so aus:
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Das Restaurant: Ein Raum mit Ausstrahlung und vor allem mit Platz, verschwenderisch viel Platz. Man kann den Abstand zu den andern Gästen genießen. Die Ausstattung: geschmackvoll modern. Schick und nirgends übertrieben. Mittendrin wie die Schaltzentrale eines Raumschiffes die große runde Bar. Der Laden gefällt mir. Und was gibt’s zu essen? Hier kocht die Maus – nein: der Maus, Maus im Mollers, Dirk Maus. Der Karte nach scheint Maus ein Fusionist zu sein: Rheinhessen meets the world. Oder wie sich im kleinen Rheinhessen die große weite Welt wieder findet – z.B. in der rheinhessischen Sachertorte oder dem rheinischen Sushi mit Hagebutte, Bachsaibling, Blutwurst.
Ich nehme als Vorspeise die Panna Cotta vom Spargel, Erdbeere, Minze, Flusskrebse, Lilakartoffeln (9,50)Â .
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Einfach köstlich – die Panna Cotta so zart und spargel-aromatisch zugleich, wirklich wunderbar. Nur die Lilakartoffeln waren überflüssig. Danach "Lauwarmer Saibling mit Früchten gebeizt, Kichererbsen, Koriander" (15,00).
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Das Hauptgericht sommerleicht, mit Mangospalten serviert und mit orientalischer Note. Fein, sehr fein. Beides sehr passend für diesen schwül-heißen Sommertag.
Insgesamt ein exquisites, leichtes Mahl – zu angemessenen Preisen. Das eine oder andere Spirenzchen (Lilakartoffeln) ist überflüssiger Beweis dafür, dass hier kreativ gekocht wird. Auch das Rheinhessische wirkt an manchen Gerichten etwas aufgesetzt – mir zumindest ist noch nie ein Maulbeerstrauch in Rheinhessen begegnet. Geschmeckt hat mir die Sachertorte mit der fein-säuerlichen Frucht trotzdem ganz ausgezeichnet. In diese Mausefalle werde ich mich in jedem Fall sehr gerne wieder locken lassen!
Adresse: Maus im Mollers im Staatstheater Mainz, Gutenbergplatz 7, Tel.: 06131-6279211
Mittwoch, 25. April 2007
Le Moissonnier – Kochkunst in Köln
Nach den Ereiferungen zur Ernährungspolitik in den letzten Tagen ist jetzt endlich mal wieder ein Genussthema dran. Zwischendurch muss der Mensch eben auch reisen und speisen. Diesmal war die Reise nicht lang – nur ein paar Kilometer weit ins heimische Köln. Dafür war das Ergebnis umso köstlicher. Le Moissonnier, Kölner Kult-Restaurant mit französischem Bistro-Flair und einem Michelin-Stern, hat unsere Erwartungen nicht enttäuscht.´Wir entscheiden uns für das 4-gängige „Wochen-Menü“ mit
Carpaccio de thon « Yellow Fin » mariné au Limoncello, cannelon de calamar au homard et risotto à la tomate et au citron vert Â
Thunfisch-Carpaccio „Yellow Fin“ in Limoncello-Marinade, Cannelloni von Tintenfisch und Hummer und Risotto mit Tomate und Limetten
Petit pâté blond de lapin mariné au Vin Jaune accompagné de trois antipasti français Â
Kleine, warme Kaninchenpastete in Gelben Jura Wein mariniert,dazu drei französische Antipasti Â
Filet d’agneau poché au beurre de foin et sirop de Porto à la cardamome, barigoule d’artichaut au caviar d’aubergines et pommes paille à la poudre de ketchup au curry  Â
 Pochiertes Lammrückenfilet in Heubutter und Portweinsirup mit Kardamon, Artischocken Barigoule mit Auberginen-Kaviar und Strohkartoffeln mit Ketchup und Curry PulverÂ
Le petit Tiramisu à la mousse de chocolat et sabayon au café, crème catalane de mascarpone et glace Amaretto Â
Kleines Tiramisu von Schokoladenmousse und Kaffee-Sabayon, dazu Mascarpone Creme katalanischer Art und Amaretto Sabayon
Dazu gab es drei köstliche und absolut passend ausgewählte Weine (je 0,1l) - all das für überaus preiswerte 65,--Euro. Wie immer war das Bistro bis auf den letzten Platz besetzt (ohne Voranmeldung geht gar nichts – es sei denn, man ergattert zufällig einen Tisch aus einer kurzfristigen Absage). Die Inhaber, Liliane und Vincent Moissonnier, sind beide im Restaurant an diesem Abend. Sie ist ganz die wache und freundliche Seele des Ladens. Er hat den Service im Griff und berät gerne und ausführlich, wenn eine Frage zu den Weinen oder zu den Gerichten auftaucht. Das Menü von Küchenchef Eric Menchon ist wie gewohnt perfekt. Menchon kombiniert klassischen Zutaten souverän mit selbst kreierten Aromen-Kombinationen.
Jeder Gang wird als kleines Kunstwerk zelebriert, die Beilagen in der Regel auf eigenem Porzellan. Das fördert die Bewunderung und macht den Gaumen neugierig. Der wird an diesem abend zumindest nicht enttäuscht. Alles passt und fügt sich wunderbar ineinander. Schon die Vorspeise ist ein Gedicht: Der Thunfisch hauchfein und von bester Qualität, die Marinade bringt erfrischend würzigen Zitrusgeschmack. Im Canelloni-Röllchen verbinden sich bissfester frischer Tintenfisch und fleischiger Hummer zu einem wunderbaren Kaugenuss. Mit genialer, kräftiger Würze, aber ohne Übertreibung kommt das Risotto mit Tomaten und Limette daher. Glückwunsch zu dieser kleinen Köstlichkeit.
Ich will es damit bewenden lassen, obwohl die restlichen Gänge ebenfalls Lobeshymen verdient hätten. Nach wie vor genial ist das Weinkonzept des Moissonier mit seiner großen Auswahl hervorragender offener Weine zum vernünftigen Preis. Meine Entdeckung des Abends ist ein 2001er Cote du Rhone - Chateau des Tours - Syrah von der französischen Weinlegende Emmanuel Reynaud. Ein wunderschöner Wein, untypisch hell und elegant für einen Syrah und mit einer ausgeprägten Honignote. Einfach toll – für 9,--Euro das Glas. Wenn das kein Grund ist für den nächsten Besuch! Aber bald sollte es sein, bevor die anderen den Syrah ausgetrunken haben.Â
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Samstag, 14. April 2007
Prager Weinfrühling (2)
Reisen und Speisen:
Von Bar zu Bar durch die Prager Altstadt
Kaum vorbei kommt der Besucher an zwei weiteren Wein-Highlights der Stadt: Beim Altstädter Rathaus um die Ecke liegt das U Závoje. Zur Havelká hin betritt man zunächst die helle, hohe Weinbar mit ihrer großzügigen Präsentation eines breiten Angebotes. Vor der Bestellung darf man gerne eine Flasche in die Hand nehmen. Hinter der Bar offenbart sich in einer schmalen Passage der Rest des kleinen Genuss-Imperiums: Das Restaurant, das Café, der Käseladen und der Wein& Accessoires – Shop.
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U Zavoje: Riesige Auswahl an offenen Weinen
Besonders freut sich der Genießer darüber, dass es die meisten Weine glasweise gibt – genau wie im Monarch, das ein paar Wegminuten weiter an einer der wichtigsten Touristenstrecken in der Altstadt liegt. Hier brummt der böhmische Bär: Das Haus ist immer voll, die Auswahl mährischer und internationaler Weine riesig, dazu werden einem bunten und immer fröhlichen Publikum Käse- und Schinkenspezialitäten serviert.
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Monarch: Immer voll, immer fröhlich
 Wer richtig gut essen und trinken will, hat ebenfalls die Qual der Wahl. Zu den Klassikern für Weinfreunde gehört in jedem Fall das „Le Terroir“, dessen Besitzer VÃt Hepnar weinkundige Gästen schon mal gerne in die Gewölbe seiner großen Schatzkammer führt und sie dort angesichts der vielen Top-Grand Crus, Gran Reservas und Auslesen in andächtiges Staunen versetzt.
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Vit Hepnar: Stolz auf seine Raritäten
Wieder ein paar Schritte weiter findet der Gourmet das ungewöhnlich dekorierte U ZátÃsà mit seinen originellen Bücherwänden, hervorragender Küche und einer feinen Auswahl von Weinen, bei der vor allem die böhmischen Tropfen zum Probieren verleiten.
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 U Zatisi: Restaurant für Bücherwürmer
Donnerstag, 12. April 2007
Prager Weinfrühling (1)
Reisen und Speisen:
Goldene Stadt mit kulinarischen Überraschungen
Das waren nicht die besten Zeiten des alten Prag, als in den 70ern und 80ern ganze Generationen von deutschen Studenten in die goldene Stadt reisten, um dem Prager Frühling nachzutrauern und Schwarzbier zu trinken. Die Stadt war ganz in graue Melancholie getaucht. Den Kummer darüber ersäufte man nach ernüchternden Besichtigungstouren allabendlich mit Schwarzbier im U Fleku. Der hochprozentige dunkle Gerstensaft (13% Alkohol) gehörte zu den wenigen Freuden, die der reale Sozialismus zu bieten hatte. Guter Wein hatte dort keinen Platz.
               
Das hat sich – Gott sei dank - gewaltig geändert. Prag blüht und glänzt wie nie zuvor – und erlebt einen unglaublichen Weinfrühling. Heute gibt es gute Weine in jeder Ecke Prags, und viele davon kommen aus Tschechien. Zwar ist der über 500 Jahre alte Gebäudekomplex des U Fleku mit der hauseigenen Brauerei und den acht großen Sälen und Gaststuben mehr denn je Anlaufstelle für wahre Touristenmassen - und auch als Weinfreund sollte man den Wallfahrtsort von Bierfreunden aus aller Welt wenigstens einmal gesehen haben. Schließlich gibt es dort inzwischen neben Schwarzbier, Prager Schinken, Schweinebraten und Knödeln in allen Variationen auch einen böhmischen Sekt und eine akzeptable kleine Weinkarte mit einer Reihe einfacher tschechischer Gewächse.
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              So leer ist es im U Fleku allenfalls am Ruhetag
Den denkbar krassesten Gegensatz zur altböhmischen Schwarzbierseligkeit  findet man
ein paar Meter vom U Fleku in der Pstrossova: Das Bokovka – zu gut deutsch „Sideways“. Fünf bekannte Kulturschaffende um den Regisseur David Ondricek und den Photographen Tono Stano befanden, das Leben sei zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, und eröffneten kurzerhand eine Weinkneipe. Seitdem gibt es hier an einfachen Holztischen zu kleinen mediterranen Häppchen eine wunderbare Auswahl heimischer und internationaler Weine. Man trinkt Weine von Tanzberg, Nové VinarstvÃ, Kovacs und anderen Gütern der neuen tschechischen Winzerelite. Wer es international mag, findet nicht nur eine breite Auswahl von Top-Franzosen (Clos St. Jean, Louis Jadot, Les Garrigues bis hin zum 94er Grand Cru Classe von Yquem), sondern kann auch einen schönen Riesling von Fritz Haag oder Grans Fassian schlotzen.
Noch kleiner als das Borovka und vom Stil her etwas heimeliger ist das Veronsky Dum unmittelbar hinter dem Altstädter Ende der Karlsbrücke versteckt in der kleinen Misenska-Straße gelegen. Noch verirrt sich kaum ein Tourist in die winzige
Weinkneipe, in der spätestens um acht auch der letzte Platz von jungen Pragern besetzt ist, die sich hier für ein paar Kronen durch die vielen offenen Weine probieren. Das Veronsky Dum gehört zu Vinom – unter diesem Label hat sich eine Gruppe vinophiler Prager um den Somelier Marek Foltyn und die ehemalige Untergrundlegende Jirà Michálek zusammengeschlossen, die mit der Vinotéka Usv. Vincenta und der Casa Lusitana noch zwei weitere Weinbars im Zentrum der Stadt betreiben.
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